»Aus der Geschichte von Niederlindhart«

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Das Straßendorf Niederlindhart gehörte um das Jahr 600 der 2. Bayerischen Siedlungsperiode an. Es wurde im 1. Teil angelegt am großen Wald (=hart), der sich damals bis nahe an die heutige Dorfgrenze herein erstreckte. Zunächst wurde ein Sedlhof gegenüber der heutigen Apostelkirche und dann dem Bach entlang eine Siedlung angelegt.

Im Jahre 973 schenkte Kaiser Otto I. seinen Besitz in Lindhart dem Frauenkloster Niedermünster in Regensburg. Zur Verwaltung seiner Besitzungen, die von Straubing bis Saal a. D. reichten, wurde in Lindhart ein Verwaltungsgebäude, Probsttei genannt mit Dienstwohnungen errichtet und auch die Pfarrkirche Westen erbaut.

Wie ausgedehnt der Besitz von Niedermünster im 13. Jahrhundert in unserem Orte noch war, geht aus dem bayerischen Grundbuche aus der Zeit um 1280 hervor, das berichtet, dass damals 22 ¼ Huben zu Niederlindhart zum Kloster gehörten.

Niederlindhart wird im 16 Jahrhundert als Ort mit Kirche am rechten Ufer der Laber im Rentamte Landshut beschrieben. Die Laber macht hier Bogen und Windungen. 1776 umfasste das Dorf mit seinen Einöden 23 Häuser, worunter sich ein ganzer Hof, sechs Halbe, acht Achtel- und sieben Sechzentelhöfe und ein Viertelshof befanden. Die Gemeinde selbst war dem Gerichte Kirchberg unterstellt, die Untertanen gehörten zum großen Teile nach Niedermünster. Alle Dorfbewohner genossen Holzrecht in der Hagnnau. Im Jahre 1808 bestand Niederlindhart aus fünfzig Häusern mit fünfzig Herdstätten, einem Probsthaus einer Nebenkirche, einem Wirtshause, einer Baderei und einer Schmiede. 1818 entstand Niederlindhart als politische Gemeinde. 1875 im Gründungsjahr der Freiwilligen Feuerwehr zählte man 249 Einwohner, 159 Gebäude und einen Viehbestand von 61 Pferden und 381 Rindern. 1913 lesen wir von 62 Häusern und 414 Seelen und 1925 setzt sich das Kirchdorf aus 70 Wohngebäuden 432 Einwohner zusammen. Die Gemeinde hat sich in ihrer Größe und Einwohnerzahl wenig verändert. Waren es bis nach dem 2. Weltkrieg die gleiche Zahl Einwohner in weniger Häusern, so ist es heute die gleiche Zahl in vielen Häusern.

Seit 1550 gab es in Westen eine Messnerschule. 1817 wurde ein eigenes Schulhaus errichtet. 1898 wurde ein größeres gebaut und 1955 wurde es für 3 Klassen eingerichtet.

1859 wurde die Bahnlinie Neufahrn-Straubing gebaut und Niederlindhart erhielt eine Bahnstation.

An Neuerungen sind im Gemeindegebiet zu erwähnen: 1954 die Durchführung der Flurbereinigung, 1960 der Straßenbau durch die Gemeinde, 1964 die Straßenbeleuchtung, 1965 die zentrale Wasserversorgung.

Seit 1946 leitete Johann Rogl das Geschick der Gemeinde als Bürgermeister. 1970 wurde das neue Gerätehaus für die Feuerwehr errichtet. 1978 wurde die Gemeinde Niederlindhart in die Großgemeinde Mallersdorf-Pfaffenberg eingegliedert. Ein Teil der Bevölkerung ist als Industriearbeiter beschäftigt. Die Landwirtschaft ist stark zurückgegangen.

Damit schließt nach 182 Jahren die selbständige Geschichte der Dorfgemeinde Niederlindhart.